Wir liefern Grundlagen

Brigitte Lange

Ehemalige Verkaufsleiterin der August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs-GmbH

Brigitte Lange An einem trüben Tag im Herbst…
„Es war von Anfang an ganz positiv – das heißt, es stimmt nicht ganz: Als ich aus Bremen kommend die Autobahn verließ und einen ersten Blick auf Hedemünden warf – (wie beschaulich dieser Ort ist, sollte ich erst kennen lernen) – dachte ich: ‘Das Beste ist, Du kehrst gleich wieder um‘, lacht Brigitte Lange, als sie sich an ihr Vorstellungsgespräch bei der August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs-GmbH zurückerinnert. Das war an einem trüben Herbsttag im Oktober 1989 zur Zeit der Grenzöffnung. „Das war eine Momentaufnahme, ein erster Eindruck, bei dem es beileibe nicht bleiben sollte. In einer aufgeschlossenen, herzlichen Atmosphäre erlebte ich mein Vorstellungsgespräch.“

Die wirtschaftlichen Folgen der Wende bekam die damals 49-jährige, gebürtige Schleswig-Holsteinerin auch sogleich unmittelbar zu spüren, als sie im Januar 1990 die Stelle als Verkaufsleiterin bei AO antrat: „Das war eine bewegende Zeit, in der ausgesprochen viel zu tun war. Da die Infrastruktur in den neuen Bundesländern aufgebaut werden musste, bestand ein großer Bedarf an Material, das wir zur Verfügung gestellt haben. In den Werken war aus dem Stand heraus enorm zu produzieren. Zum Teil arbeiteten wir rund um die Uhr und an den Wochenenden. Insbesondere die Bundesbahn hat sofort nach der Grenzöffnung angefangen, ihr Gleissystem zu erneuern. Es war erstaunlich, was wir da leisten mussten!“

Ein Sprung ins kalte Wasser war ihr Karrierestart bei AO aber dennoch nicht: Die Erfahrungen von Hildegard Bünger, die damals 75-jährig bereits 40 Jahre im Unternehmen tätig war, sowie ihre eigene vorherige Tätigkeit als Assistentin der Geschäftsführung in einem großen Bremer Industriebetrieb halfen ihr und ließen Brigitte Lange einen kühlen Kopf bewahren.

Bis Ende 2006 war sie bei AO für den Verkauf, die Marktbeobachtung sowie die Entwicklung der Produkte und die Begleitung und Überwachung der Qualitätsprüfung zuständig, aber: „Vieles, was die Herren Oppermann tangierte, hat irgendwo an irgendeiner Stelle auch mich berührt“, fasst die heute 71-Jährige ihre Aufgabenbereiche im Unternehmen zusammen.

Von Bremen nach Hann. Münden
Die enge Zusammenarbeit mit der Unternehmensleitung war ihr ein besonderes Anliegen und auch ein ausschlaggebender Grund dafür, dass sie sich Anfang der 90er Jahre beruflich verändern wollte: „Wir hatten dort in Bremen manchmal sehr lange Entscheidungswege und mir war es einfach wichtig, an der Seite Desjenigen zu arbeiten, um dessen Unternehmen es sich handelt.“ So hat denn auch das Besondere eines Familienunternehmens, die Verschmelzung der Familie mit ihrem Unternehmen, es ihr angetan, sie herausgefordert, hat das Maß der Verantwortung einerseits und des Vertrauens andererseits bestimmt.

Nachdem ihre beiden Söhne ihr Studium aufgenommen hatten, suchte Brigitte Lange nach dieser neuen beruflichen Herausforderung und gab ein Inserat in dem renommierten Handelsblatt auf. Unter den zahlreichen Zuschriften war auch die Einladung der August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs-GmbH nach Hedemünden. Nach zwei Vorstellungsgesprächen und einer Schnupperwoche im Unternehmen entschloss sie sich, ihren Lebensmittelpunkt nach Hann. Münden zu verlagern und entdeckte nach anfänglicher Skepsis sehr schnell ihr Interesse an Kies und Sand. Die Beschaffenheit des einzelnen Sandkorns oder des Kiesquarzes, das Aussehen, seine Struktur und Petrographie, weckten ihr Interesse: „Es war spannend, zu lernen, warum es sich für das Eine oder Andere eignet oder aber nicht.“

Immer in Bewegung
Nach 17 Jahren bedingungslosen Einsatzes für das Familienunternehmen dachte Brigitte Lange nicht daran, sich zur Ruhe zu setzen und war von 2007 bis 2009 – wenn auch indirekt – weiterhin für August Oppermann tätig. Zwei- bis dreimal in der Woche unterstützte sie tatkräftig die Arbeit der Göttinger Werbeagentur dieLOGOgmbh, die unter anderem für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von AO zuständig ist. Hier recherchierte sie vorwiegend Chronikdaten für das Unternehmen und blieb so auch nach ihren Aufgaben in Hedemünden noch eng mit der Kiesgewinnungs- und Vertriebs-GmbH in Verbindung.

Selbst heute, in ihrem Ruhestand, sind Kies und Sand für die ehemalige Verkaufsleiterin ein Thema: In ihrer Freizeit freut sie sich nicht nur an ihren Enkelkindern und besucht Konzerte sowie Theatervorstellungen, sie versucht ihrem Interesse für Geologie auch privat nachzugehen. Seit 2009 ist sie „Studentin im Dritten Lebensalter“ an der Universität in Göttingen und besucht regelmäßig Vorlesungen in den Fächern Kunstgeschichte und Islamwissenschaften, würde aber sehr gern auch Seminare in Geologie bzw. Mineralogie belegen, sofern sie angeboten werden. Ihre Maxime, ihre Freude gilt auch heute noch der Bewegung, der Anregung. „Langsamer“, so Brigitte Lange, „wird man vermutlich von ganz alleine.“

Hann. Münden, März 2011