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Was kommt nach der Kiesgewinnung?

Rekultivierung und Folgenutzung in ehemaligen Kies-Abbaugebieten

Studenten der Uni Kassel in Niederhone Am 04. Mai 2012 trafen sich 10 Studenten des Fachbereiches 6: Architektur, Stadtplanung und Landschaftsplanung der Uni Kassel und Ihr Dozent Herr Schwarzer mit Herrn Schütz von der Oberen Naturschutzbehörde des Regierungspräsidiums Kassel, Herrn Weber (Bereichsleiter Ost - AO), Herrn Koppetsch (Betriebsverwaltung - AO) und Frau Siegler (Assistentin der Betriebsverwaltung - AO) im Quarzkieswerk Niederhone zum Ortstermin. Später ging es weiter zum Werratalsee.

Ziel war es den Studierenden anhand von Kieswerken die räumlichen Merkmale verschiedener Abbautypen und -gebiete nahe zu bringen und planerisch-gestalterische Konzepte für die unterschiedlichen Folgenutzungen zu zeigen. Landschaftsgestaltung und Rekultivierung sind wesentliche Bestandteile dieser Konzepte.

Herr Koppetsch gab einen Überblick zum Standort Niederhone, sowohl Geschichtliches als auch Aktuelles. Dabei erklärte er, angefangen bei der Geologie über Genehmigungsverfahren, den Abbau (Verfahren, anfänglicher Abbau bis zum heutigen Abbau), spätere Rekultivierungsmaßnahmen und deren Realisierung. Vor allem zu den einzelnen Genehmigungsverfahren/Abschnitten machte Herr Schütz Anmerkungen bzw. ergänzende Erklärungen, um den Studenten den komplexen Zusammenhang zwischen den einzelnen behördlichen Teilen und den tatsächlichen Abbau darzustellen.

Im Anschluss daran ging es im Quarzkieswerk zum schwimmenden Eimerkettenbagger, wo Herr Koppetsch und Herr Weber die Gewinnung des Kiesmaterials erläuterten. Herr Schütz erklärte anhand der abgebauten, unterschiedlichen Kiese die Geologie und ging dabei auf die davon abhängigen Genehmigungen, die in unterschiedliche Behördenbereiche fallen, ein.

Den Abbauverlauf folgend, bewegte sich die Gruppe vorbei an den Förderbändern zu den einzelnen Siebeinheiten, weiter an den Abzugstunnel zu den einzelnen Halden mit den unterschiedlich gesiebten Korngrößen: 0-2, 2-8, 8-16, 16-32, 32-Überkorn.

Studenkten der Uni Kassel bei der Exkursion am WerratalseeVon Niederhone ging es mit PKWs und einem Kleinbus weiter in Richtung Eschwege zu dem stillgelegten, fast vollständig rekultivierten ehemaligen OSA-Werk. Hier erläuterten Herr Koppetsch und Herr Schütz kurz die Geschichte des heutigen Werratalsees. Im Anschluss daran, wurden anhand des Kartenmaterials des Abschlussbetriebsplanes VIII und IX die Rekultivierungsmaßnahmen für den ehemaligen AO-Werksstandort erklärt. Dazu schauten sich die Studenten die zuletzt durchgeführten Rekultivierungsmaßnahmen des Abschlussbetriebsplan VIII vor Ort genauer an.

Weiter ging es zum östlichsten Teil des Werratalsees, hier betrachtete die Gruppe die bereits durchgeführten Rekultivierungsmaßnahmen für die Gemeinde Meinhard. Neben stillen Erholungszielen (z.B. Rundwanderweg) wurden Rekultivierungen nach den Kriterien des Naturschutzes und im Sinne der Freizeit (Inselbereich, Badestelle, Spielplatz, Fahrradweg, Parkplatz) durchgeführt.

Die Führung endete auf dem Gebiet des Freizeitbereiches der Stadt Eschwege. Heute existieren hier auf ausgekiesten und verfüllten Flächen Parkplätze, ein Badestrand, ein Bootsanleger und ein Camping- und Wohnmobilplatz.

Abschließend konnte festgestellt werden, dass sich die Studenten angefangen von der Planung, der Gewinnung und den anschließenden Rekultivierungen ein umfassendes Bild von der Kiesgewinnung und ihrer Folgenutzung machen konnten.