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Kiesabbau und Naturschutz schließen sich nicht aus

Zukünftiger Hauptgeschäftsführer des Europäischen Gesteinsverbandes besichtigt Werk Northeim

UEPG-Hauptgeschäftsführer Dirk Fincke In Europa werden jedes Jahr etwa 2.800 Millionen Tonnen Gesteinskörnungen produziert – und zwar in über 27.000 Gewinnungsstätten. Etwa 20 dieser Produktionsstätten betreibt die August Oppermann Kiesgewinnungs- und Vertriebs-GmbH, die am 22. März besondere Gäste im Werk Northeim begrüßte: Dirk Fincke, den zukünftigen Hauptgeschäftsführer des Europäischen Gesteinsverbandes (UEPG), Raimo Benger, Hauptgeschäftsführer des kürzlich fusionierten Verbandes der Bau- und Rohstoffindustrie „vero e.V.“ sowie dessen Co-Geschäftsführer Hans-Peter Braus. Als Vertreter der Sand-, Kies- und Schotterproduzenten auf Bundes- bzw. europäischer Ebene interessierte sie bei ihrem Besuch vor allem Eines: Die Probleme, die deutsche Unternehmen mit den Vorgaben und Regularien der EU unter anderem in den Bereichen Naturschutz, Vogelschutz und wasserrechtliche Genehmigungen haben. Nachdem die drei Verbandsvertreter am Vortag in diesem Zusammenhang bereits andere Kies- und Kalksteinwerke der Region besichtigt hatten, wurde ihnen am Beispiel Northeim sehr eindrucksvoll vor Augen geführt, dass nicht nur Kiesabbau und Naturschutz nahezu konfliktfrei nebeneinander existieren können, sondern auch, dass Naturschutz und Freizeitnutzung sich als Rekultivierungsmaßnahmen nicht gegenseitig ausschließen müssen. So sind die nördlich der Bundesautobahn A7 gelegenen Flächen fast ausschließlich dem Naturschutz vorbehalten, während der Bereich südlich der A7 der Freizeitnutzung zur Verfügung steht.

Hier wird Naturschutz großgeschrieben
Bei einer etwa einstündigen Fahrt auf einer Klappschute stellten Wilhelm Oppermann, Geschäftsführer der AO-Unternehmensgruppe, der Abteilungsleiter Betriebsverwaltung Kurt Koppetsch, der Kaufmännische Leiter Frank Dreisbach sowie der technische Geschäftsführer Arnd Heringhaus das Kiesgewinnungsverfahren im Werk Northeim vor. Sichtlich beeindruckt zeigten sich die Gäste vor allem von dem mächtigen Tiefengreifer, der aus bis zu 60 Metern Tiefe Northeimer Grauwackekies fördert sowie von der 350 Tonnen Material fassenden Klappschute, die von der Gewinnungs- bis zur Aufbereitungsstelle einen Weg von 1800 Metern zurücklegt. Im Anschluss wurden die Flächen nördlich der A7 besichtigt, wo die Vereinbarkeit von Kiesabbau und Naturschutz besonders deutlich wird. Mit erheblichem Aufwand durch die Firma August Oppermann, die hier momentan noch Kies abbaut und 90% der in ihrem Eigentum stehenden Flächen dem Naturschutz zur Verfügung stellt, entstanden speziell für die Vogelwelt vorbehaltene Flachwasserhabitate, Kiesbänke, Inselbereiche und Uferzonen. Auch im Bereich der Geschiebesperre, die nordwestlich an die Northeimer Seenplatte grenzt, konnten durch die Arbeiten des Unternehmens neue, wertvolle Lebensräume geschaffen werden. Die Geschiebesperre - ein ausgebaggerter See, der von der Leine durchflossen wird und im Winter nicht zufrieren kann - dient vor allem in der kalten Jahreszeit zahlreichen Vogelarten als zusätzliche wertvolle Rast- bzw. Rückzugsmöglichkeit. Erst im Herbst 2010 wurden durch den Einsatz einer Planierraupe von der Firma August Oppermann die Büsche am Ufer so eingeebnet, dass hier seitdem eine eigenständige maschinelle Pflege möglich ist. Die regelmäßigen Pflegemaßnahmen sind notwendig, um die Geschiebesperre möglichst offen zu halten. Das Areal ist so nicht nur wesentlich attraktiver für sich ansiedelnde Tiere – auch die vielen Besucher und Ornithologen, die das Gebiet der Naturbeobachtung wegen aufsuchen, kommen aufgrund der verbesserten Sichtmöglichkeiten auf ihre Kosten. So wie Dirk Fincke, Raimo Benger und Hans-Peter Braus, die den informativen Vormittag im angeregten Gespräch mit den AO-Mitarbeitern bei einem gemeinsamen Mittagessen ausklingen ließen.